Was ist biologischer Pflanzenschutz? Jeder praktiziert ihn unwissend im Garten!

In meinem vorherigen Blog-Post ging es, um eine Produkttestung in Zusammenarbeit mit der Nützlingsfirma Sautter und Stepper zum Thema Blattlaus-Bekämpfung mit Florfliegenlarven. Dadurch kam mir persönlich der Gedanke, dass viele keine Ahnung von der Thematik des biologischen Pflanzenschutz haben oder unbewusst biologischen Pflanzenschutz im Garten oder auf dem Balkon betreiben. Daher möchte ich euch ein paar Informationen zu der Thematik des biologischen Pflanzenschutz vermitteln, damit ihr vielleicht meinen Produkttest besser versteht.

Was verstehen wir unter dem Begriff des biologischen Pflanzenschutz?

Unter dem Begriff des biologischen Pflanzenschutz verbirgt sich folgende Erklärung: „Verwendung von Lebewesen zur Populationsbegrenzung schädlicher Tiere und Pflanzen“.

Eine weitere Erklärung für den Begriff des biologischen Pflanzenschutz ist folgende: „Nutzung von Lebewesen und Viren zur Eingrenzung und Bekämpfung von Schadorganismen und abiotischen Schadensursachen“.

Also Allgemein gesagt, beschreibt der biologische Pflanzenschutz, dass wir Lebewesen nutzen, um damit gewisse Schaderreger ein zu grenzen. In der Natur spricht man von einem biologischen Gleichgewicht zwischen Nützling und Schaderreger.

Nach dem der Begriff des biologischen Pflanzenschutzes geklärt ist, werfen die Begriffe Nützlinge und Schaderreger weitere Fragezeichen auf euren Gesichtern auf.

Nützlinge und Schädling?

Ein Nützling, ist ein Lebewesen das durch ihr Verhalten und ihrer Ernährugsweise, dass massenhafte Auftreten andere Lebewesen, welche unsere Kulturpflanzen schädigen, verhindern.

Die Florfliegenlarve ist ein Nützling, da dieser Blattläuse, Spinnmilben … unter anderen mag. Er schränkt den Befall der durch die Blattläuse ein.

Der Schaderreger, ist ein Organismus, der den Menschen beziehungsweise der Pflanze schaden zu fügt, durch a) als Parasit oder Räuber, der von seinen Nutztieren lebt und b) Nahrungspflanzen frisst oder zerstört.

Auf den Bildern erkennt man sehr gut, die Blattläuse an den Nutzpflanzen. Sie schädigen die Pflanzen, in dem sie den Pflanzensaft aus den Blättern ziehen und durch ihren Ausscheidung dem Honigtau fördern sie einen zusätzlichen Pilzbefall.

Wie funktioniert nun der biologische Pflanzenschutz in meinem Garten oder auf dem Balkon?

Man betreibt unbewusst biologischen Pflanzenschutz im Garten oder auf dem Balkon. es wundert einem nur, warum auf einmal viele Marienkäfer auftauchen. Viele Marienkäfer deuten auf einen Blattlaus-Befall hin und ohne das wir es gezielt geplant haben, entsteht im eignen Garten ein natürliches Gleichgewicht. Das bedeutet, die Natur wirkt regulierend auf den bestehenden Schädlingsbefall.

Je kleiner ein Insekt ist,um so rascher vollzieht sich in der Regel seine Vermehrung und umso wichtiger ist seine Bedeutung für die Schädlingsregulierung. Daher sollten wir mit Hilfe von Wildpflanzen oder schönen Blumenwiesen im Garten oder sogar im Balkonkasten für ein ökologischen Gleichgewicht sorgen. Die Wildpflanzen oder andere Zierpflanzen sollten möglichst vielfältig sein, denn nur so werden die unterschiedlichen Insekten angelockt.

Kapuzinerkresse, Lavendel und das Ackerstiefmütterchen sind super Pflanzen, die man zum Anlocken von Insekten anbauen kann. Das sind nur 3 Pflanzenbeispiele von sehr vielen. Damit ein ökologisches Gleichgewicht im Garten oder auf dem Balkon herrscht, ist es wichtig, dass bei der jeweiligen Planung daran gedacht wird, für die Nützlinge Lebensräume zu schaffen. Da gibt es viele Möglichkeiten.

In manchen Fällen reichen die natürlich vorkommenden Insekten nicht, um einen Schädlingsbefall zu regulieren. Daher kann man sich Nützlinge von speziellen Nützlingsfirmen zum Beispiel von der Firma Sautter und Stepper Nützlinge in unterschiedlichen Produktvariationen bestellen und diese dann im Garten, auf dem Balkon, Gewächshaus oder im Innenraum ausbringen. Für den Garten und auf dem Balkon eignet sich am besten die Produktvarianten der BioBox und der ChrysoCards. Für den Innenbereich ist die Produktvariante der 500MC Florfliegenlarve in Wabe von Vorteil. Das sind nur Beipiele für die Bestellung bei einer Nützlingsfirma.

Es gibt für jeden Schaderreger auch den passenden Gegenspieler. Die Nützlingsfirmen beraten euch dann dementsprechend.

Vorteile der Förderung und Einsätze von Nützlingen im eignen Garten und auf dem eignen Balkon!

  • Es ist unkompliziert und preiswert
  • Nützlinge sind absolut ungefährlich für Menschen und Haustiere
  • Viele Nützlinge können gegen mehrer unterschiedliche Schädlinge auf einmal eingesetzt werden
  • Nützlinge spüren auch versteckte Schaderreger auf
  • Obst und Gemüse kann jederzeit geerntet werden
  • Die Umwelt wird geschont.

Also viele Vorteile bietet der Einsatz und die Förderung von Nützlingen gegenüber den chemischen Mitteln. Daher mehr biologischen Pflanzenschutz betreiben!!

Ich hoffe, ihr versteht den biologischen Pflanzenschutz jetzt ein bisschen besser und wendet ihn gezielt in eurem Garten oder auf dem Balkon an. Vielleicht versteht ihr jetzt meinen Produkttest besser und liest euch diesen Blog -Eintrag durch….

Produkttestung: Florfliegenlarven gegen Blattläuse und Spinnmilben

In Zusammenarbeit mit der Nützfirma Sautter und Stepper habe ich einen gewissen Zeitraum Florfliegenlarven in 3 Produktvarianten auf dem heimischen Balkon sowie im eignen Garten getestet.

Blattläuse sowie Spinnmilben treten in diesem Jahr durch das unbeständige Wetter in sehr großen Populationen auf. Damit es nicht zu dauerhaften Schäden an den Zier-und Nutzpflanzen kommt, ist eine optimale Schädlingsbekämpfung erforderlich. In den letzten Jahren haben sich die Florfliegenlarven als optimaler Gegenspieler von den Blattläusen, sowie der Spinnenmilben bewiesen.

Gegensatz: Im linken Bild eine kleine Population der Blattläuse auf einem Paprikablatt und im rechten Bild einen herden Befall der Läuse an einer Nashi-Birne.

An dieser Stelle möchte ich euch die Florfliegen kurz vorstellen, damit ihr den Gegenspieler besser versteht.

Die Florfliege (Crysoperla) wird in Fachkreisen auch als „lebendiges Insektizid“ genannt. Er wird schon lange im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt. Genauer gesagt finden die Larven ihre Verwendung im biologischen Pflanzenschutz. Die Wirkungsdauer des Einsatzes besteht nur aus einem kurzen Zeitraum , ist dafür aber sehr wirkungsvoll. Die ausgebrachten Larven werden sofort aktiv und eine unmittelbare Wirkung tritt ein. Bereits bei einer Temperatur von 10°C werden die Larven aktiv und sie sind lichtunabhängig. Das Wirtsspektrum ist sehr vielfältig . Neben den Blattläusen mag die Florfliege auch Spinnmilben, Thripse und Wollläuse.

 

Der Ablauf der Produkttestung:

Die Florfliegenlarven wurden mir in 3 Produktvarianten der Firma Sautter und Stepper zugesendet. Folgende Produktvarianten gingen in die Produkttestung:

  • MC500 Florfliegenlarven in Wabe

MC500 Florfliegenlarven in Wabe

  • 15 ChrysoCards

ChrysoCard

  • 1000 Florfliegenlarven in Buchweizen mit 15 BioBoxen

BioBox an der Birne

Die Testung wurde in zwei Teile aufgeteilt. Der eine Teil der Testung wurde auf dem heimischen Balkon durchgeführt und der zweite Teil fan im eignen Garten statt. Bei der Auswahl der Pflanzen habe ich vorab geschaut, wo ein Blattlaus-Befall vorhanden ist, zusätzlich konnte ich auf dem heimischen Balkon einen Spinnmilben-Befall feststellen.

Für die Testung auf dem heimischen Balkon wurden die Produktvarianten MC500 Florfliegenlarven in Wabe und 4 von 15 ChrysoCards angewendet. Die Testpflanzen auf dem Balkon bestanden hauptsächlich aus Zierpflanzen und wurden ergänzt durch eine Nutzpflanze. Der Beginn der Testung auf dem Balkon erfolgte am 26.07.17 mit einer Bestandsbonitur. Diese Bestandsbonitur diente dazu, damit festgestellt werden konnte, wie der anfängliche Blattlaus-Befall sowie Spinnmilben-Befall ist. Nach dieser Bestandaufnahme wurden am selben die Florfliegenlarven entsprechend an den ausgewählten Pflanzen ausgebracht. Am 04.08.17 erfolgte eine Zwischenbonitur, um zu sehen , wie die Florfliegenlarven den Blattlaus-Befall eingerenzt haben. Bei dieser Bonitur wurde ein gesamter Ruckgang festgestellt. Die Abschlusserfassung der Produkttestung erfolgte 10 Tage nach der Zwischenbonitur.

Der zweite Teil der Testung wie bereits erwähnt erfolgte im eignen Garten. Im Garten wurden die Produktvarianten ChrysoCards und die Florfliegenlarven in Buchweizen mit den BioBoxen getestet. Die Auswahl der Testpflanzen erfolgte durch eine Einteilung in Pflanzengruppen.

  • Obst
  • Kräuter
  • Zierpflanzen
  • Gemüse

Jeweils pro Gruppe wurden beide Produktvarianten getestet, die einzige ausnahme bestand in der Gruppe Gemüse, da wurde nur die BioBox in die Testung genommen. Der Ablauf der Testung ist ähnlich abgelaufen, wie die Testung auf dem Balkon. Der einzige Unterschied zur Testung auf dem Balkon war, dass die Bestandsaufnahme und Ausbringung des Nützlings einen Tag später statt fand. Der Rest der Testung lief zeitgleich ab.

Ergebnis der Produkttestung:

Balkon:

Der Blattlaus-Befall sowie der Spinnmilben-Befall zeigten bei der Bestandsaufnahme am 26.07.17 einen mittleren bis generellen starken Befall auf. Die Ausbringung der Florfliegenlarven ist bei solch einen Befall an Zier-und Nutzpflanzen sinnvoll, um den Befall gleichmäßig zu regulieren. Daher passte der Zeitpunkt der Produkttestung optimal.

Am 04.08.17 wurde in einer Zwischenbonitur festgestellt, wie weit der Befall schon zurück gegangen ist. Das Zwischenergebnis ist positiv ausgefallen. Der Befall beider Schädlinge ist in den Bereich des generellen schwachen Befall zurück gegangen. Ein Ergebnis, welches bei diesen unbeständigen Witterungsverhältnissen überraschend ausgefallen ist.

Die abschließende Bonitur erfolgte am 14.08.17, wo das Endergebnis für den Teil Balkon festgestellt wurde. Der Befall der Blattläuse und der Spinnmilben ist stark zurück gegangen. Eine einzige Ausnahme zeigte die Kapuzinerkresse, sie zeigte einen erhöhten Befall als bei der Bestandsaufnahme.  Das gesamte Ergebnis für die Produkttestung auf dem Balkon ist postiv ausgefall. Der gesamte Befall ist stark zurück gegangen. Die Produktvarianten auf dem Balkon haben zu 100% überzeugt.

Garten:

Die Bestandsaufnahme im garten erfolgte am 27.07.17. Dabei wurde festgestellt, das der Befall der Blattläuse zwischen einen schwachen bis mittleren Befall in den einzelnen Pflanzgruppen auftretet. Auch im Garten wurden grundliegende Bedingungen für den Einsatz der Florfliegenlarven gewährleistet.

Die Zwischenbonitur am 04.08.17 erbrachte folgendes Zwischenergbnis: Der Befall ging in den ersten Tagen der testung gleichmäßig zurück. So das hier auch eine erfolgreiche Bekämpfung der Blattläuse  durch die Florfliegenlarven erfolgt. Die einzige Ausnahme war die Nashi-Birne, deren Befall ist leider nicht rückläufig gewesen.

Bei der Abschlussbonitur am 14.08.17 zeigte sich, dass der Einsatz von Florfliegenlarven gegen Blattläuse erfolgreich verlaufen ist. Der allgemeine Befall ging zurück. Es wurden nur noch vereinzelte Läuse entdeckt, auch die Nashi-Birne zeigte eine leichte Verbesserung.

Die Produkttestung im Garten ist gesamt gut verlaufen. dabei muss festgehalten werden, dass die äußeren Einflüsse schwierig waren. Einige der BioBoxen sind wegen starken Windes leider abgerissenund wurden dann nochmal befestigt.

Fazit:

Die gesamte Produkttestung ist positiv verlaufen. Die Ausbringung der ChrysoCards und der Florfliegenlarven in Wabe sind einfach und handlich. Die Produktvariante Florfliegenlarve in Wabe eignet sich für den Balkon, aber man sollte bei der Ausbringung darauf achten das kein Wind da ist, denn sonst fliegen die Larven weg und kommen nicht an die Pflanze. Fazit für den Balkon: Beide Produktvarianten sind für den Balkon geeignet.

Für die Nutzung im Garten empfehlen sich die Produktvarianten Chrysocards und die Nutzung von BioBoxen. Es ist eine einfache anwendung und die Florfliegen kommen zum gezielten Einsatz und somit garantiert eine erfolgreiche Bekämpfung.

Egal für welche Produktvariante man sich entscheidet, die Firma Sautter und Stepper schickt ihnen eine genaue Anleitung zu den Produkten mit.