Produkttestung: Florfliegenlarven gegen Blattläuse und Spinnmilben

In Zusammenarbeit mit der Nützfirma Sautter und Stepper habe ich einen gewissen Zeitraum Florfliegenlarven in 3 Produktvarianten auf dem heimischen Balkon sowie im eignen Garten getestet.

Blattläuse sowie Spinnmilben treten in diesem Jahr durch das unbeständige Wetter in sehr großen Populationen auf. Damit es nicht zu dauerhaften Schäden an den Zier-und Nutzpflanzen kommt, ist eine optimale Schädlingsbekämpfung erforderlich. In den letzten Jahren haben sich die Florfliegenlarven als optimaler Gegenspieler von den Blattläusen, sowie der Spinnenmilben bewiesen.

Gegensatz: Im linken Bild eine kleine Population der Blattläuse auf einem Paprikablatt und im rechten Bild einen herden Befall der Läuse an einer Nashi-Birne.

An dieser Stelle möchte ich euch die Florfliegen kurz vorstellen, damit ihr den Gegenspieler besser versteht.

Die Florfliege (Crysoperla) wird in Fachkreisen auch als „lebendiges Insektizid“ genannt. Er wird schon lange im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt. Genauer gesagt finden die Larven ihre Verwendung im biologischen Pflanzenschutz. Die Wirkungsdauer des Einsatzes besteht nur aus einem kurzen Zeitraum , ist dafür aber sehr wirkungsvoll. Die ausgebrachten Larven werden sofort aktiv und eine unmittelbare Wirkung tritt ein. Bereits bei einer Temperatur von 10°C werden die Larven aktiv und sie sind lichtunabhängig. Das Wirtsspektrum ist sehr vielfältig . Neben den Blattläusen mag die Florfliege auch Spinnmilben, Thripse und Wollläuse.

 

Der Ablauf der Produkttestung:

Die Florfliegenlarven wurden mir in 3 Produktvarianten der Firma Sautter und Stepper zugesendet. Folgende Produktvarianten gingen in die Produkttestung:

  • MC500 Florfliegenlarven in Wabe

MC500 Florfliegenlarven in Wabe

  • 15 ChrysoCards

ChrysoCard

  • 1000 Florfliegenlarven in Buchweizen mit 15 BioBoxen

BioBox an der Birne

Die Testung wurde in zwei Teile aufgeteilt. Der eine Teil der Testung wurde auf dem heimischen Balkon durchgeführt und der zweite Teil fan im eignen Garten statt. Bei der Auswahl der Pflanzen habe ich vorab geschaut, wo ein Blattlaus-Befall vorhanden ist, zusätzlich konnte ich auf dem heimischen Balkon einen Spinnmilben-Befall feststellen.

Für die Testung auf dem heimischen Balkon wurden die Produktvarianten MC500 Florfliegenlarven in Wabe und 4 von 15 ChrysoCards angewendet. Die Testpflanzen auf dem Balkon bestanden hauptsächlich aus Zierpflanzen und wurden ergänzt durch eine Nutzpflanze. Der Beginn der Testung auf dem Balkon erfolgte am 26.07.17 mit einer Bestandsbonitur. Diese Bestandsbonitur diente dazu, damit festgestellt werden konnte, wie der anfängliche Blattlaus-Befall sowie Spinnmilben-Befall ist. Nach dieser Bestandaufnahme wurden am selben die Florfliegenlarven entsprechend an den ausgewählten Pflanzen ausgebracht. Am 04.08.17 erfolgte eine Zwischenbonitur, um zu sehen , wie die Florfliegenlarven den Blattlaus-Befall eingerenzt haben. Bei dieser Bonitur wurde ein gesamter Ruckgang festgestellt. Die Abschlusserfassung der Produkttestung erfolgte 10 Tage nach der Zwischenbonitur.

Der zweite Teil der Testung wie bereits erwähnt erfolgte im eignen Garten. Im Garten wurden die Produktvarianten ChrysoCards und die Florfliegenlarven in Buchweizen mit den BioBoxen getestet. Die Auswahl der Testpflanzen erfolgte durch eine Einteilung in Pflanzengruppen.

  • Obst
  • Kräuter
  • Zierpflanzen
  • Gemüse

Jeweils pro Gruppe wurden beide Produktvarianten getestet, die einzige ausnahme bestand in der Gruppe Gemüse, da wurde nur die BioBox in die Testung genommen. Der Ablauf der Testung ist ähnlich abgelaufen, wie die Testung auf dem Balkon. Der einzige Unterschied zur Testung auf dem Balkon war, dass die Bestandsaufnahme und Ausbringung des Nützlings einen Tag später statt fand. Der Rest der Testung lief zeitgleich ab.

Ergebnis der Produkttestung:

Balkon:

Der Blattlaus-Befall sowie der Spinnmilben-Befall zeigten bei der Bestandsaufnahme am 26.07.17 einen mittleren bis generellen starken Befall auf. Die Ausbringung der Florfliegenlarven ist bei solch einen Befall an Zier-und Nutzpflanzen sinnvoll, um den Befall gleichmäßig zu regulieren. Daher passte der Zeitpunkt der Produkttestung optimal.

Am 04.08.17 wurde in einer Zwischenbonitur festgestellt, wie weit der Befall schon zurück gegangen ist. Das Zwischenergebnis ist positiv ausgefallen. Der Befall beider Schädlinge ist in den Bereich des generellen schwachen Befall zurück gegangen. Ein Ergebnis, welches bei diesen unbeständigen Witterungsverhältnissen überraschend ausgefallen ist.

Die abschließende Bonitur erfolgte am 14.08.17, wo das Endergebnis für den Teil Balkon festgestellt wurde. Der Befall der Blattläuse und der Spinnmilben ist stark zurück gegangen. Eine einzige Ausnahme zeigte die Kapuzinerkresse, sie zeigte einen erhöhten Befall als bei der Bestandsaufnahme.  Das gesamte Ergebnis für die Produkttestung auf dem Balkon ist postiv ausgefall. Der gesamte Befall ist stark zurück gegangen. Die Produktvarianten auf dem Balkon haben zu 100% überzeugt.

Garten:

Die Bestandsaufnahme im garten erfolgte am 27.07.17. Dabei wurde festgestellt, das der Befall der Blattläuse zwischen einen schwachen bis mittleren Befall in den einzelnen Pflanzgruppen auftretet. Auch im Garten wurden grundliegende Bedingungen für den Einsatz der Florfliegenlarven gewährleistet.

Die Zwischenbonitur am 04.08.17 erbrachte folgendes Zwischenergbnis: Der Befall ging in den ersten Tagen der testung gleichmäßig zurück. So das hier auch eine erfolgreiche Bekämpfung der Blattläuse  durch die Florfliegenlarven erfolgt. Die einzige Ausnahme war die Nashi-Birne, deren Befall ist leider nicht rückläufig gewesen.

Bei der Abschlussbonitur am 14.08.17 zeigte sich, dass der Einsatz von Florfliegenlarven gegen Blattläuse erfolgreich verlaufen ist. Der allgemeine Befall ging zurück. Es wurden nur noch vereinzelte Läuse entdeckt, auch die Nashi-Birne zeigte eine leichte Verbesserung.

Die Produkttestung im Garten ist gesamt gut verlaufen. dabei muss festgehalten werden, dass die äußeren Einflüsse schwierig waren. Einige der BioBoxen sind wegen starken Windes leider abgerissenund wurden dann nochmal befestigt.

Fazit:

Die gesamte Produkttestung ist positiv verlaufen. Die Ausbringung der ChrysoCards und der Florfliegenlarven in Wabe sind einfach und handlich. Die Produktvariante Florfliegenlarve in Wabe eignet sich für den Balkon, aber man sollte bei der Ausbringung darauf achten das kein Wind da ist, denn sonst fliegen die Larven weg und kommen nicht an die Pflanze. Fazit für den Balkon: Beide Produktvarianten sind für den Balkon geeignet.

Für die Nutzung im Garten empfehlen sich die Produktvarianten Chrysocards und die Nutzung von BioBoxen. Es ist eine einfache anwendung und die Florfliegen kommen zum gezielten Einsatz und somit garantiert eine erfolgreiche Bekämpfung.

Egal für welche Produktvariante man sich entscheidet, die Firma Sautter und Stepper schickt ihnen eine genaue Anleitung zu den Produkten mit.

 

Meine Samengärtnerei-Saatgutgewinnung einfach gemacht!

Samen gibt es überall, denn sonst wäre unsere Erde nicht so zahlreich und vielfältig mit Pflanzen bedeckt. Es bedarf nur eines Regenschauers, damit  überall zarte Pflänzchen aus dem Boden sprießen.

Wie kann ich eignen Samen gewinnen?

Die verblühten Blüten werden einfach nicht abgeschnitten und daraus bilden sich dann die Samen, der jeweiligen Pflanzen. In den meisten Fällen lassen sich nach einiger Zeit die Samen beziehungsweise Samenkapseln an den jeweiligen Pflanzen erkennen. Wichtig ist, dass man rechtzeitig die Samenernte beginnt und dann können sie einzeln trocknen.

verblühte KapuzinerkresseAus der Blüte wird Samen KapuzinerkresseSaatgutgewinnung Mohn Die verblühte Blüte der Kapuzinerkresse und daraus entwickelt sich das Saatgut. Das rechte Bild zeigt die Saatgut-Gewinnung vom Mohn. Beim Mohn fällt das Saatgut leicht aus der Samenkapsel.

Der richtige Zeitpunkt der Ernte ist sehr wichtig, denn ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Samenkapsel öffnen und der Samen rausfällt. Die Früchte werden auch einfach stehen gelassen und dann einfach ordentlich durchtrocknen lassen, bis die Samen reif sind. Die Fruchtstände einfach auf ein Papier legen und so können sie in Ruhe nachtrocknen.

Der ideale Zeitpunkt zur Samenernte hängt von der jeweiligen Pflanzenart ab. Meistens beginnt die Ernte der Pflanzensamen in den Sommer – beziehungsweise in den Herbstmonaten.

Folgende Materialen werden benötigt, damit die Gewinnung der  Pflanzensamen erfolgreich ist:

  • Kugelschreiber oder Bleistift, für das Beschriften der Papiertüten oder Gläser
  • Papiertüten oder Gläser , für die Aufbewahrung der Pflanzensamen
  • Schale oder Schüssel, damit die Pflanzensamen beim Lösen aus der Samenkapsel aufgefangen werden
  • Behälter, zum Sammeln der vertrocknenten Blüten oder Fruchtstände
  • Gartenschere

Einige Samen sind noch nicht komplett getrocknet, daher müssen sie nachgetrocknet werden. Dafür habe ich eine einfach Methode entdeckt. Einfach einen Wäschebeutel über einen Topfdeckel ziehen und den richtig stramm ziehen und dann mit einem Gummiband befestigen. So werden die Pflanzensamen von oben und unten gut belüftet, ohne das sie anfangen zu schimmeln.

Methode zur Trocknung des Saatgutes!

Wenn dann die erfolgreiche Pflanzensamen-Ernte beendet ist, kommt die Frage auf:

Wie kann ich meine gesammelten Pflanzensamen lagern?

Bei der Lagerung des Saatgutes ist folgendes zu beachtet werden: Der Raum sollte:

  • trocken, damit die Samen nicht anfangen zu schimmeln
  • einigermaßen warm
  • und dunkel  sein.

Die Aufbewahrung des Saatgutes (Papiertüte oder Glas) ist jedem selbst überlassen. Ich bewahre meine Saatgut in braunen Papiertüten auf, die ich vorab selbst gestaltet habe. Das Behältnis des Saatgutes kann man gerne  selbst gestalten. So gibt man dem Saatgut eine persönlichere Note.

Bei guter Lagerung wird  im nächsten Jahr dann das eigene Saatgut ausgesät.

Was mache ich, wenn ich zu viel Saatgut geernet habe?

Es wird immer wieder passieren, dass man zu viel Saatgut geerntet hat. Für solche Fälle gibt es Tauschbörsen, oder Pflanzenbörsen, wo man sein Saatgut anbieten beziehungsweise tauschen kann. Eine sehr schöne Idee ist es über Social Media eine Saatgut-Tauschaktion zu starten. Man verschickt sein eigenes Saatgut an alle Teilnehmer und bekommt im Gegenzug von den anderen Teilnehmer ebenfalls Saatgut zu geschickt. Es macht unheimlich Spaß und man freut sich auf die Päckchen der anderen Teilnehmer.

Bis zum nächsten Blog-Post !!!!

Mein kleiner Schrebergarten!

Der Schrebergarten meiner Großeltern ist für mich eine Oase der Ruhe, eigene Ideen zu entwickeln und ein ganz großes Familienprojekt. Ich bin von Klein auf in die Kultur des Schrebergarten eingebunden wurden und kann mir nichts schöneres vorstellen. Durch diesen wundervollen Garten, bin ich zu meinem Beruf und der Leidenschaft der Pflanzenwelt gekommen. In diese einzigartige Welt möchte ich euch in diesen Beitrag mit nehmen.

Soweit ich zurück denke, ist unsere Schrebergarten jetzt in Besitz der 3. Generation. Meine Urgroßeltern haben ihn in den 50er Jahren gepachtet und damals diente er dazu, dass Gemüse und Obst selbst  angebaut wurden. Daher  war er ein  reiner Nutzgarten. Zu den Nutzflächen kamen etwas später die bunte Blumenbeete, sowie die  Rasenflächen dazu.

Die Gestaltung des Garten änderte sich mit dem Generationswechsel. Die Nutzflächen wurden weniger und einige Blumenbeete wurden verkleinert.  Diesen Trend konnte man in der gesamten Kolonie beobachten . Im Schrebergarten wollte man den Stress des Alltages vergessen und nicht noch zusätzlich Arbeit haben.

Blick Blumenbeet und Rasenlandschaft Auf dem Bild lässt sich gut erkennen, dass es eine große Rasenfläche ist und das Blumenbeet nicht sehr groß ist. Dieses Blumenbeet war in der Vergangenheit größer.

In den letzten Jahren hat sich wieder einiges geändert und das liegt tatsächlich am Generationswechsel. Aus einem ursprunglichen Nutzgarten ist jetzt  ein Familienprojekt geworden. Jeder in der Familie bringt sich ein und die Ideen werden zusammen entwickelt.

Wir haben eine Kombination zwischen pflegeleichten-, Zierpflanzen- und Nutzgarten entwickelt und umgesetzt. Ich hoffe, in den oberen Bildern lässt sich die Kombination aus Nutz-und Ziergarten erkennen.  Es macht Spaß und die ein oder andere Diskussion wird es immer wieder geben.

Den Trend eine Mischung aus Zier-und Nutzgarten setzt sich  verstärkt in den Gärten durch. Es macht Hobbygärtner glücklich, wenn sie ihr eigenes Obst oder Gemüse ernten. Mich macht es auch jedes Mal stolz, wenn ich eine erfolgreich Ernte habe.

Besonders gefällt mir nicht nur der Spaß am Gärtnern im eignen Garten, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl mit anderen Hobbygärtnern. Es werden Pflanzen ausgetauscht oder einfach sich untereinander zu unterhalten, dass macht ein Schrebergarten zusätzlich aus.

Das Interesse an einem Schrebergarten ist in den letzten Jahren gestiegen, hauptsächlich bei jungen Familien. Ich beobachte diese Tendenz auch bei uns im Kleingärtnerverein und es ist immer erstaunlich mit welch ein Begeisterung die jeweiligen Familien ihren Garten gestalten.

Mehr zum Thema Mein kleiner Schrebergarten erfährt ihr demnächst hier !!!!