Wildpflanzen- Eine Vielfalt entdecken!

Viele von euch gehen regelmäßig spazieren oder wandern. Dabei entdecken wir Wildpflanzen, die wir gar nicht kennen. Die Vielfalt der Wildpflanzen ändert sich stetig, alleine durch die Veränderung des Klimas. Ich möchte euch in diesem Beitrag ein wenig, die Vielfalt der Wildpflanzen näher bringen (Hier ist ein Link zu meinem bereits erschienen Beitrag: https://sandrasgartenwelt.blog/2017/05/16/wildpflanzen-meine-persoenlichen-wildpflanzen-und-ihre-bedeutung/)

Die Vielfalt der Wildpflanzen hab ich im Gartenbau-Studium kennen und lieben gelernt. Ab diesen Zeitpunkt achte ich gezielt beim Spaziergang auf die blühenden Wildpflanzen oder Sträucher. Der Rainfarn (siehe oberes Bild) sehe ich an jeder Ecke, durch das mehrmalige schreiben des Testates. Eine Wildpflanzen, die es an jedem Standort mag.

Hufflattisch, ist eine Wildpflanze, die sich an steinigen, sandige Standorten gerne ausbreitet. Das erste Mal hab ich sie auf dem Wanderweg von Altenau nach Clausthal-Zellerfeld entdeckt habe. Im Studium hat sie mich fast zum verzweifeln gebracht, da ich sie nicht gefunden habe für das Hebarium.

Der Gamander-Ehrenpreis ist in den Wäldern weit verbreitet. Ich entdecke ihn häufig im Harz bei meiner Wanderung. Seine Blüten sind ausdrucksstark blau und im Garten könnte er gut als Bodendecker für schattige Bereiche eingesetzt werden.

Wildpflanzen zeigen schön, welche Bedingungen in dem jeweiligen ländlichen Gebiet vorliegen. Sie sind so genannte Zeigerpflanzen. Dabei wird deutlich, dass in der Natur eine ausreichende Versorgung an Nährstoffen oder anderen Voraussetzungen herrschen.

Die Artenvielfalt wird reichhaltiger, weil sich die äußeren Bedingungen wechselhafter werden. Es werden garantiert neue Wildpflanzen sich ansiedeln oder an Standort wachsen, wo sie für gewöhnlich nicht wachsen würden.

Viele Wildpflanzen erblühen im Frühjahr, weil sie ein ausreichendes Lichtangebot bekommen. Im Sommer haben die Bäume ihre Blätter komplett entfaltet und spenden den Böden im Wald Schatten. Daher kann man im Frühjahr viele Wildpflanzen entdecken.

Auf Wiesen und Felder kann das ganze Jahr über, die Vielfalt der Wildpflanzen erforschen. Es ist ein schöner Anblick. Unterschiedliche Wildpflanzen mit einzigartigen Blüten, verschiedene Formen und atemberaubende Blütenfarbe, die Zusammen ein tolles Bild der Natur ergeben. Für die Insekten eine natürliche Nahrungsquelle!

Nicht nur für uns Erwachsene ist eine Entdeckungsreise, sondern auch für die Kinder. Ich finde Kinder sollten die Wildpflanzen erforschen und sie mit ihren eigenen Worten beschreiben.

Kindertipp: Sammelt einige Wildpflanzen, mit einer Blumenpresse trocknen und dann kreativ basteln! Bitte nur dort sammeln, wo kein Naturschutzgebiet ist!

Da ist der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Noch ein Tipp für kleine und große Forscher: Gestaltet euch, eine Art Tagebuch, ein Hebarium, wo ihr die Wildpflanzen sammelt und euren eigenen Erklärungen beschreibt. Malen, basteln alles ist erlaubt. Nicht nur für die Kinder ein Spaß, auch für die Erwachsenen!

Mit Hilfe von Bestimmungsbücher könnt ihr die Wildpflanzen mit Namen bestimmen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Eure Sandra

Wildpflanzen: Meine persönlichen Wildpflanzen und Ihre Bedeutung

Wildpflanzen oder Wildkräuter sind ein Teil der Biodiversität und verschönern unsere Wälder, Flussufern oder Ackerland. Sie zeigen uns auch an, welche Standortfaktoren an diesen Orten vorliegen zum Beispiel wie der Boden ist oder welche Nährstoffe vorhanden sind. Es sind sogenannte Zeigerpflanzen, die uns Helfen unsere Wälder zu verstehen. Ein weiteres Nutzen der Wildpflanzen liegt darin, dass sie Insekten, Schmetterlinge anlocken.  Durch das Anlocken der Insekten und Schmetterlinge kommt es zum Teil zu einer natürlichen Schädlingsregulierung für die Nutzpflanzen. Daher sollte man Wildpflanzen im Garten dulden und aktiv zur Ansiedlung dieser Pflanzen beitragen.

Viele Wildpflanzen gibt es kaum noch oder sind völlig ausgestorben, durch die Eingriffe von uns Menschen und die Technik der vielen Maschinen. Daher gibt es spezielle Förderungsprogramme, um Wildpflanzen vor dem Aussterben zu schützen.

Beispiele für die Nutzung von Wildpflanzen bzw. -kräuter:

  • Heilkräuter -> z.B Brennnessel, Schafgabe und Löwenzahn….
  • Küche -> z.B Salate, Suppe….
  • für die Tierwelt
  • Dünge-und Pflegemittel

Meine persönlichen Lieblingswildpflanzen und Ihre Bedeutung. Jeder dieser Wildpflanzen ist mir in der Zeit meines Studiums begegnet.

  1. Die erste Wildpflanze, die ich euch vorstellen möchte, ist das Acker-Stiefmütterchen (Viola arvensis). Die Acker-Stiefmütterchen wächsen auf Äckern und auf Gartenbeeten. Man findet es auch an Wegrändern und auf Plätzen. Schon bei niedrigen Temperaturen fängt es an zu keimen, daher ist das Acker-Stiefmütterchen das ganz Jahr über da. Es ist eine verträgliche, hübsch anzusehene Wildpflanze. Sie ist eine alte Heilpflanze. Ihre oberirdischen Teile der blühenden Pflanze wird als Teeaufguss verwendendet.
  2. Die Weiße Taubnessel (Lamium album) wirkt mit ihren weichen Trieben, die sich über den Boden legen und mit seine aufrechten Blütenkerze unvoreingenommen als hübsche Zierpflanze. Ich finde die Blüten und Blätter glitzern förmlich in der Sonne, als ich sie am Kanal entdeckt habe. Die Blüten sehen aus, wie Lippen und daher gehören sie zu der Familie der Lippenblütengewächse. Die Weiße Taubnessel dient den Insekten als Nektargeber. Sogar Kinder wissen , dass man aus den Blüten den süßen Nektar herraussaugen kann. Weiße Taubnessel

Der Gundermann oder Gundelrebe genannt, hatte im Volksglauben einen Ruf als Zauberpflanze, die vor der Hexerei schützt. Er ist ein Allerweltskraut, dass in fast jedem Garten, unter Hecken oder auf Baumscheiben wächst. Durch eine Kindergartengruppe bin ich auf diese schöne Wildpflanze gestoßen. Die Blüten sind hellviolette Lippenblüten und die Blätter zeigen ein herrliches dunkelgrün auf. Als Bodendecker eignet sich der Gundermann hervorragend. Das Wildkraut eignet sich super für die grüne Küche in Form von Salten und Saucen…

4. Die Knoblauchrauke ist eine wilde Mischung aus Knoblauch und Senf. Sie blüht von April bis Mai. Meistens findet man sie in Wäldern, Wegrändern, im Auenwald sowie in Hecken oder verwilderten Gärten. Ihre Blüte ist weiß und wird bis zu einem Meter hoch. Ich selber, habe sie im Wald und auf einem Ackerfeld gefunden. Beim Zerreiben der Blätter kommt der Duft des Knoblauchs durch, hat aber nichts mit den Inhaltsstoffen des klassischen Knoblauch zu tun. In der Küche wird die Knoblauchrauke als Wildgemüse oder als Salat verwendet…

Knoblauchrauke

5. Der Gewöhnliche Frauenmantel ist ein schönes Wildkraut, welches schöne Blätter hervor bringt. Diese Wildpflanze ist mehrjährig und blüht von Mai bis Oktober. Die Blätter sind handförmig rund und die Blüte ist eher unscheinbar, sie weisen einen grünlich gelben Farbton auf. Hauptsächlich finden man ihn im Bergland. Man findet ihn auch in einigen Gärten als hübsche Blattschmuckstaude. In der Küche werden die Blätter von April bis Juli als Salat, Gemüsefüllung verwenden. Von Mai bis Oktober kann man dann die Blüten verwendetn als essbare Dekoration.  Also vielseitig verwendbar…

Frauenmantel

6. Eine weitere schöne Wildpflanze ist die Berg-Platterbse. Als ich sie entdeckt habe, war ich von ihrer schönen Blüte ganz verzaubert. Die Blüten sind zu 4-6 lange gestielte, lockere Trauben gewachsen. Im Bild kann man es sehr gut erkennen. Ihr Standort liegt in lichten Laubwäldern, Heiden oder in Magerrasen. Ich habe sie bei uns am Mittellandkanal entdeckt. Die Blätter sind 2-3 Fliederpaaren und unterseits bräunlich. Es ist keine rankende Pflanze. Sie ist liegend oder aufsteigend.

Berg-Platterbse

 

Wenn ich noch intetressante Wildpflanzen entdecke, werde ich euch weitere vorstellen. Die Pflanzenwelt steht ja noch am Anfang, viele Pflanzen werden erst noch blühen.

Meine Büchertipps zu diesem artenreichen Thema:

  • Steinbachs: Großer Pflanzenführer
  • Steffen G. Fleischhauer, Jürgen Guthmann, Roland Spiegelberger: Essbare Wildpflanzen, einfach bestimmen
  • Brunhild Bross-Burkhardt: Lob des Unkrautes …